Wie wird ein Fertighaus eigentlich gebaut?

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    Nicht nur in Deutschland sondern auch in Österreich wachsen, wie in allen Alpenländern, hervorragende Holzqualitäten. Kein Wunder, dass hier Holz bei privaten Bauvorhaben eine wichtige Rolle einnimmt. Wenn es auch in Österreich kaum historische Fachwerkbauten gibt im Gegensatz zu Deutschland, Frankreich, England und sogar der Schweiz (im Kanton Schaffhausen), so ist doch die Grundkonstruktion eines Fachwerkhauses sozusagen die Mutter aller Fertighäuser. Und wenn man bedenkt, dass vor 400 Jahren Fachwerkhäuser mit vier und sechs Stockwerken gebaut wurden, die heute noch solide in der Landschaft stehen, so kann ohne Weiteres gefolgert werden, dass auch die heutigen Fertighäuser von grundsolider Qualität sind.

    Fachwerkbauverfahren

    „Dicke Balken“ sind im Fachwerkbau unserer Vorfahren ebenso die tragenden Elemente wie beim heutigen Fertighaus, das in Österreich hauptsächlich in der Holz­rahmen­bau­weise errichtet wird. Der Rahmen besteht aus den unteren Schwellen, den senkrechten Ständern und den oberen Rähmen oder Stockschwellen. Da, wo Fenster und Türen vorgesehen sind, werden waagerechte Riegel oder Brüstungsriegel zwischen die Ständer gesetzt. Auf dem oben stehenden Foto ist die Holzrahmenbauweise gut demonstriert. Die Außen- und Innenwände eines Fertighauses werden im Herstellerwerk komplett hergestellt und dann auf der Beton-Bodenplatte oder der Kellerdecke verankert. Der Dachstuhl mit seinen vorgefertigten und passend zurecht gesägten Balken wird an Ort und Stelle gerichtet und mit Dachpfannen gedeckt, so dass in kürzester Zeit (meist in weniger als einer Woche) eine trockene „Haushülle“ dasteht, deren Innenbereich noch vollendet werden muss.

    Fachwerkbauverfahren

    Die entscheidenden Vorteile eines Fertig­hauses sind die kurze Bau­zeit, das voll­kommen trockene Haus und der Raum­gewinn, denn die Außen­wände eines Fertig­hauses sind schlanker als beim üblichen „Nassbau“, wobei die Wärme­dämmung eines Fertighauses kaum zu übertreffen ist. Anders als den Zimmerleuten vor 300 oder 400 Jahren stehen heute den Fertig­haus­her­stellern hoch­effiziente Dämm­stoffe zur Verfü­gung sowie Bau­platten, mit denen die Holz­konstruk­tion von innen und außen beplankt wird. Diese Bauplatten sind absolut geeignet, auch schwerere Lasten wie Hängeschränke zu tragen. Insofern ist es ein Märchen, wenn die Hersteller von Stein-auf-Stein-Häusern die angeblich geringe Belastbarkeit der Fertighauswände ins Feld führen. Wir zeigen hier einen typischen Aufbau einer Außen­wand, in diesem Fall von Hersteller Hanlo. Man kann sich vorstellen, dass eine solche Wand alle Anforderungen der Energie­spar­auflagen erfüllt. Die Haushersteller verwenden nur Bau­produkte mit baube­hördlicher Zulassung, so dass der Bauherr die absolute Sicherheit hat, ein grundsolides Haus zu beziehen.