Checkliste Fertighausbau: Das müssen Sie beachten

Checkliste Fertighausbau: Das müssen Sie beachten

Index

    Diese Checkliste deckt im Groben alles ab, was es beim Fertighausbau zu bedenken und zu beachten gibt. Ob finanziell oder organisatorisch hilft die Liste, den Überblick zu behalten und Meilensteine des Projekts Fertighausbau richtig anzugehen.

    1 – Angebote sondieren

    Kaum jemand hat ganz genaue Vorstellungen und genug Vorwissen, um sich gleich zu Beginn auf einen Haustyp mit den gewünschten Spezifikationen festlegen zu können. Man sollte Angebote sondieren, für sich die Frage beantworten, welche Vorzüge und Vorlieben wichtig sind und schon einmal über den gewünschten Energiestandard nachdenken.

     

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    2 – Grundstück vorhanden?

    Wenn bereits ein Grundstück erworben wurde, gilt es den Bebauungsplan auf spezifische Vorschriften zu prüfen. Darin stehen nicht selten Vorgaben zu Dachformen, Haustypen, Größe und Anbauten. Wenn keines vorhanden ist, kann der Bebauungsplan auch ein wichtiges Merkmal für oder gegen das Grundstück sein, wenn sich die Vorgaben nicht mit den eigenen Vorstellungen decken.

    3 – Budget festlegen

    Um ein Budget festlegen zu können, braucht es Kenntnisse über ungefähre Kosten und Kredittilgungsverfahrensweise. In der Regel gibt es für 10 – 20 Prozent Eigenanteil an den Hausgesamtkosten bereits günstigere Kredite und Zinsen. Ist das Grundkapital nicht vorhanden, ist es jedoch nicht mehr unüblich das Haus vollständig durch Kredite zu finanzieren.

    Das vorhandene Nettoeinkommen sollte mit nicht mehr als 40 Prozent für die Tilgung und Zins genutzt werden. Mittels Baufinanzierungsrechner lassen sich ungefähre monatliche Kosten kalkulieren und so ein Budgetrahmen aufstellen beziehungsweise prüfen, wie viel ein fertiges Haus mit allenBau- und Baunebenkosten, Einrichtung etc kosten darf.

    4 – Wahl der Ausbaustufe

    Wer handwerklich begabt ist und zudem die Zeit einräumen kann, sein Bauprojekt selbst mitzugestalten, kann darüber nachdenken, eine andere Ausbaustufe als schlüsselfertig zu wählen. Wer sich den Innenausbau zutraut, setzt auf ein Ausbauhaus. Wer gleich das gesamte Haus begleitet vom Anbieter mittels Bausatz aufbauen will, wählt das Bausatzhaus.

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    5 – Welche Anforderungen gibt es?

    Was ist unverzichtbar, was ist gut zu haben und was ist letztlich unwichtig oder zusätzlicher Luxus? Wenn die eigenen Anforderungen an ein Fertighaus feststehen, können individuelle Anpassungen klar benannt und vom Anbieter kalkuliert und letztlich umgesetzt werden. Der Preis variiert nach Wünschen.

    6 – Welche Erweiterungen, Anschaffungen oder Pläne gibt es für die Zukunft?

    Wie lange wird das Haus in Gebrauch sein, sind Kinder geplant, schon da oder bald aus dem Haus? Soll der Traum vom Kamin verwirklicht werden, eine Garage hinzukommen oder gar ein Stockwerk aufgesetzt werden? Ein Haus plant man in der Regel fürs Leben oder so, dass es möglichst gut weiterverkauft werden kann.

    Man sollte sich vor dem Bau folgende Fragen beantworten:

    • Sollte man das Haus möglichst barrierefrei gestalten, um im Alter möglichst wenige Umbauarbeiten durchführen zu müssen?

    • Kommen weitere Personen ins Haus oder ziehen groß gewordene Kinder aus? Auf welchem Wege gewinnt man den Platz oder nutzt frei gewordene Zimmer?

    • Will man einen Kamin mit Abzug haben? Man kann den Abzug recht günstig vorab einbauen lassen, um so später kostengünstig an

    • Soll eine Garage, ein Erker, ein Gartenhaus oder ähnliches später nachgebaut werden? Was steht darüber im Bebauungsplan?

    • Sollen Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen nachträglich angebaut werden? Wie ist die Ausrichtung des Hauses geplant, gibt es verdeckende Elemente (Bäume, andere Häuser, Masten?) und eignet sich die geplante Dachform für Solaranlagen?

    • Braucht das Haus einen Fahrstuhl? Wenn ja, sollte gründlich über die Investition zur Bauphase nachgedacht werden, weil eine nachträgliche Integration schwierig und kostenintensiv ist.

    • Ist eine höhere Energieeffizienzklasse mit dem Budget zu realisieren? Über Zeit lohnen sich Investitionen in Dämmstoffe durch stark reduzierte Nebenkosten und sie werden durch Förderungen unterstützt.

    7 – Alle Kosten vorab in Erfahrung bringen

    Man sollte genau mit dem Hersteller abklären, welche Leistungen über den Preis abgedeckt sind und welche weiteren Kosten für Planung, Versicherung, Grundstück und Zinslast auf einen zukommen können. Welche Gebühren werden separat berechnet und wie ist die zu zahlende Gesamtsumme. Fertighausanbieter können mit langjähriger Erfahrung sehr genau abschätzen, welche Kosten auf den Kunden zukommen. Auch durch Beratung beim Baufinanzierer lassen sich möglicherweise unbekannte Kosten offenlegen und in Erfahrung bringen.

    8 – Strom- und Heizkosten werden nicht günstiger

    Setzt man beim Hausbau auf hohe Dämmwerte, spart man über Zeit Geld durch Energieeinsparung. Es gibt diverse Energiestandards, die durch die KfW-Bank gefördert werden und die höheren Initialkosten relativieren können. Es empfiehlt sich, den Energiestandard über gehobene Ausstattung zu stellen und diese nachträglich nachzurüsten.

    Mit energieerzeugenden Maßnahmen lassen sich theoretisch die Nebenkosten wie Strom-, Warmwasser- oder Heizkosten auf null senken und eine Unabhängigkeit gegenüber der staatlichen Versorgung schaffen. Es gibt mit dem sogenannten Plus-Energie-Haus sogar schon heute und auch in unseren Breitengraden die Möglichkeit, mehr Energie zu erzeugen als man verbraucht und so sogar aktiv Geld mit eingespeister Energie zurückzuverdienen.

    9 – Gibt es Allergiker unter den Bewohnern?

    Sollte auch nur ein vorsichtiges „ja“ diese Frage beantworten, empfiehlt es sich, Antiallergene Baustoffe für den Hausbau zu verwenden. Farben, Bindemittel, Kleber oder andere Elemente gibt es allergikerfreundlich und sind bei verschiedenen Anbietern auch schon zum Standard geworden. Nachträglich Allergene zu entfernen ist schwierig, zeitlich und finanziell kostspielig.

    10 – Wie geht die Beratung von statten?

    Beim ersten Beratungsgespräch zählt der Eindruck, die Atmosphäre, der Wohlfühl- und Informationsgrad. Wie wird auf die Bedürfnisse der zukünftigen Bauleute eingegangen, wie konkret sind oder waren die Aussagen, wurden Fragen offensichtlich übergangen oder Antworten trotz Zusicherung auf Nachreichung vergessen?

    Die Beziehung zum Anbieter muss stimmen, sonst ist der gesamte Prozess von Unbehagen begleitet. Service ist das erste Gebot beim Hausbau, Transparenz essenziell. In Bezug auf Kosten, Möglichkeiten und Probleme sollte man mit gutem Gefühl aus dem Gespräch gehen. Es schadet nicht, bei Nichtgefallen, bei einem anderen Anbieter anzufragen.

    Wer noch nicht direkt ins Einzelgespräch gehen, aber dennoch erste Beratung erhalten möchte, kann bei einem Musterhausberatungstermin selbst Eindrücke sammeln und Fragen einfließen lassen. 

    11 – Passt der Hersteller zu den Bedürfnissen?

    Gibt es Spezialisten für den gewünschten Bautyp? Sind besondere ökologische Merkmale wichtig? Man sollte seine vorab getroffene Herstellerwahl noch einmal darauf überprüfen, was man genau will und ob es für diese Zwecke nicht besser geeignete Spezialisten gibt. Es geht schließlich um einen Hausbau, der einen insbesondere finanziell in der Regel lange begleitet.  

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    Quellen

    • Titelbild: Fotolia - thingamajiggs