Diese Baukosten entstehen beim Fertighaus

Diese Baukosten entstehen beim Fertighaus

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    Diese Baukosten entstehen beim Fertighaus

    Wenn man sich erste Gedanken zu den Baukosten macht, sieht man häufig nur den reinen Grundstücks- und Hauskaufpreis. Diese stellen ohne Frage große Posten dar, sie sind aber auch nur zwei Teile des großen Ganzen. Es kommen diverse Extragebühren hinzu, die in diesem Ratgeber übersichtlich aufgeschlüsselt sind.

    Ein Vorteil des Fertighausbaus ist, dass man fast alles aus einer Hand bekommt und deswegen mit einem pauschalen Betrag gut abgesichert ist. Ebenso verfügen die Hersteller über genügend Erfahrung, um die Kosten für das jeweilige Haus entsprechend genau kalkulieren zu können. Vor Überraschungen, die beim Massivhausbau oder der Renovierung eines Altbaus auftreten können, bleibt man weitgehend verschont. Das liegt auch daran, dass die reine Bauzeit eines Fertighauses vergleichsweise gering ist. Das reduziert die Baukosten ungemein und man ist auch vor Wettereinflüssen weitgehend geschützt. Denn gerade im Rohbau kann ein sommerliches Gewitter enorme Schäden verursachen. Nichtdestotrotz sollte man folgende Baukosten schon bei der Baufinanzierung berücksichtigen.

    Festpreis bzw. Grundpreis sind nicht gleich Endpreis

    Festpreis Grundpreis Endpreis

    Quelle: bluedesign / fotolia.com

    Viele Fertighausanbieter werben mit ins beste Licht gerückten Hausansichten und einem „Grundpreis“. Natürlich wollen sie für sich werben und das ist ihr gutes Recht. Tatsächlich passen Bild und Preis häufig auch gut zusammen. Damit bieten die Hersteller eine grobe Orientierung, was man für sein Geld bekommen kann. Die Preise sind deswegen auch als „ab…“-Preise zu verstehen, denn auf den Bildern sieht man nicht, was sich unter dem Haus befindet und was in dem Haus drin steckt. Das ist auch vollkommen logisch. Schließlich wissen die Fertighausanbieter nicht, wieviel Komfort und Energieeffizienz der Bauherr sich wünscht. Ebenso kann er im Vorfeld nicht wissen, ob der Bauherr gerne einen Keller unter dem Haus hätte oder mit einer klassischen Bodenplatte zufrieden ist. Preise in Broschüren und auch hier auf fertighaus.de verstehen sich „ab Oberkante Grundplatte“ bzw. „ab Oberkante Keller“.

    Mitunter sind gewisse Extras schon mit enthalten, aber das ist die Ausnahme. Vergleichbar ist das mit einem Neuwagen. Hier werden Autos von den Herstellern auch zu einem gewissen Preis angeboten, der eine gewisse Grundausstattung beinhaltet, manche Extras sind serienmäßig mit dabei, andere muss man hinzubuchen.

    Aus diesem Grund sind die Festpreise häufig mit einem „plus Extras“ versehen. Das macht den Vergleich der Automodelle nicht einfacher und die der Angebote und Haustypen natürlich auch nicht. Einige Fertighausanbieter haben zudem zeitlich begrenzte Sonderangebote an, bei denen die Grundplatte oder spezielle Ausstattungen wie smarte Haustechnik schon enthalten sind.

    Auch alles, das etwas vom Standard abweicht, kann den Gesamtpreis erhöhen. Je nach Lage und Ausrichtung des Hauses sind beispielsweise Schallschutzfenster statt Wärmeisolierverglasung sinnvoller, ein Wintergarten liegt besser an einer anderen Seite des Hauses. Das wissen natürlich auch die Hersteller, weswegen das oft despektierlich gemeinte „Haus von der Stange“ in der Praxis kaum existiert. Viele Hersteller bieten Modulbauweisen an, die sich im Preisrahmen bewegen. Dennoch können sich individuellen Anpassungen im Preis niederschlagen. Ebenso können manche Häuser als Effizienz- oder Passivhaus mehr kosten, ökologische Dämmung kann extra berechnet werden. Aber auch hier unterscheiden sich die Hersteller. Bei manchen ist die Verwendung von ökologischen Bau- und Dämmstoffen bereits Standard.

    Am Ende des Planungsprozesses und bei Vertragsabschluss sollte ein Festpreis genannt werden. Aus diesem sollte klar hervorgehen, welche Leistungen erbracht werden und was diese kosten. Das macht die Kalkulation der Gesamtkosten für Fertighausbauherren deutlich übersichtlicher und sie sind vor überraschenden Kosten weitgehend geschützt, die bei herkömmlicher Bauweise so sicher sind, dass das einzig überraschende Element ist, wo diese Kosten anfallen.

    Ganz unabhängig davon, was in dem Grundpreis oder Fertigpreis für ein Fertighaus enthalten ist, muss der Bauherr in jedem Fall die Grundstückskosten, Erschließungskosten und Anliegerkosten tragen. Auch die weiteren Baunebenkosten dürfen nicht unterschätzt werden. Detaillierte Informationen zu den Baunebenkosten finden Sie in einem gesonderten Beitrag.

    Bei Bemusterungsextras aufpassen

    Bemusterung

    Quelle: TonyRecena / fotolia.com

    Ebenso muss man als Bauherr eines Fertighauses die Augen offenhalten, wenn im Vertrag die Bemusterung extra aufgeführt wird. Viele Fertighaushersteller werben damit, auch ganz individuelle Wünsche umsetzen zu können, denn die wenigsten Bauherren wollen ein seriell gefertigtes Typenhaus kaufen, sondern gerade bei der Innenausstattung ihren Traum vom Haus verwirklichen – auch wenn Fassade, Dachund Raumaufteilung dem Standard entsprechen.

    Wenn statt des häufig verbauten Waschbeckens ein ausgefalleneres Modell verbaut werden soll oder die Fliesen in Bad und Küche von der üblichen Auswahl abweichen oder Parkett statt Teppichboden verlegt wird, muss man sich bewusst sein, dass das die Kosten in die Höhe treiben kann.

    Welche Leistungen übernimmt der Fertighaushersteller?

    Leistungen Fertighaushersteller

    Quelle: blende11.photo / fotolia.com

    All das ist im Prinzip nicht besonderes. Dass höherwertige Materialien und Wohnkomfort mehr kosten, ist unabhängig von der Bauweise ganz normal. Allein die Vergleichbarkeit der Angebote wird dadurch erschwert. Wer sich nicht nur einen ersten Eindruck verschaffen möchte, sondern ganz konkretes Bauinteresse hat, sollte sich genau überlegen, was das Haus bieten muss und soll. Es lohnt sich immer, von mehreren Herstellern konkrete Angebote einzuholen.

    Aus diesen sollte auch hervorgehen, welche Vorleistungen man als Bauherr erbringen muss und welche der Fertighaushersteller übernimmt. In der Regel sind der Untersuchung und Befestigung des Baugrunds sowie der Anschluss für Strom und Wasser selber zu erbringen. Bei manchen Aktionsangeboten ist die Bodenplatte bereits im Preis enthalten.

    Ebenso sollte aus dem Angebot hervorgehen, ob die Planungskosten im Grundpreis enthalten sind. Auch die Transportkosten werden gerne einmal extra berechnet. Je nach bevorzugtem Heizungstypus kann ein Schornstein erforderlich sein – das ist auch der Fall, wenn man einen offenen Kamin wünscht. Dieser bei Fertighäusern in der Regel nicht vorgesehen und kann je nach Typ eine Umplanung erforderlich machen. Welche Kosten der Bauherr letztendlich zu tragen hat und welche Leistungen er erbringen muss, ist zum Teil auch eine Frage seines Verhandlungsgeschicks.

    Grundlage des Fertighausbaus ist ein Werkvertrag

    Werkvertrag

    Quelle: Björn Wylezich / fotolia.com

    Entgegen der landläufigen Meinung wird ein Fertighaus nicht einfach gekauft. Es wird also kein Kaufvertrag abgeschlossen. Es handelt sich bei der Vereinbarung um einen Werkvertag. Das macht juristisch einen großen Unterschied. Aus diesem Grund sollte der Vertrag denkbar umfangreich sein und jede Leistung detailliert aufführen, die erbracht werden soll.

    Hier empfiehlt sich eine gründliche Prüfung vor der Unterzeichnung. Denn der Hersteller schuldet nur das, was in dem Vertrag vereinbart wurde. Ist der Vertrag aber entsprechend gestaltet, bietet er die größtmögliche Planungssicherheit – zumal auch ein Termin für die Fertigstellung vereinbart wurde. Bis zur Übergabe der Immobilie in der vereinbarten Ausbaustufe trägt der Hersteller das volle Risiko und haftet auch für Verzögerungsschäden.

    Fazit:

    Die genannten Baukosten und anfallenden Extras geben einen guten Überblick über das, was kommen kann. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, weil die eigene Vorstellung vom Eigenheim nicht mit allen Sonderwünschen einhergehen und der Baupreis nicht immens in die Höhe schnellen wird, wenn man sich in einem abgesteckten Rahmen bewegt.

    Finanziell auf den Punkt zu kalkulieren und am Ende genau mit den Kosten zu enden, die man veranschlagt hat, ist eine Seltenheit. Sicherer ist es mit Puffern zu rechnen und sich gegebenenfalls zum Ende des Bauvorhabens für gewisse Aufwertungen zu entscheiden oder einen Sparbetrag einzurichten, der für unvorhergesehene Vorkommnisse erste Sicherheit gibt.

    Für weitere Informationen über das Thema Baufinanzierung, finden Sie in unseren Ratgebern hilfreiche Tipps zur Baufinanzierung.

    Transparente Kostenübersicht bei diesen Anbietern

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    Quellen

    • Titelbild: Eisenhans / fotolia.com