Geld sparen beim Hausbau

Baukosten senken, Traumhaus bauen

12 Tipps für den Hausbau mit kleinem Budget

Index

    Der Traum vom eigenen Haus ist schnell geboren. Doch spätestens, wenn es an die Finanzierung geht, droht dieser Traum zu platzen. Dabei ist es für angehende Bauherren gar nicht so schwer, selbst mit einem kleinen Budget und geringem Eigenkapital den Wunsch nach den eigenen vier Wänden in die Tat umzusetzen. Dafür braucht es einen klaren Blick fürs Machbare, Disziplin und einige clevere Tricks und Kniffe, die ihnen dabei helfen, richtig viel Geld beim Hausbau zu sparen.

    1. Der Familienrat tagt

    Wünsche gibt es viele. Doch wie meist im Leben, lassen sich nicht alle Wünsche aller immer verwirklichen. Das gilt auch und gerade bei einer für die meisten Menschen einmaligen Investition wie dem Hausbau. Immer gut beraten ist, wer realistisch die eigenen Bedürfnisse und die heutigen und zukünftigen der Familie einschätzt, dabei sehr deutlich macht, was finanzierbar ist – oder was eben nicht. Das beugt Enttäuschungen vor und macht das „Projekt Hausbau“ zu einem Gemeinschaftsprojekt.

    2. Kleines Grundstück, große Ersparnis

    Die Grundstückskosten können heute - je nach Region und Lage - leicht bis zu einem Drittel der Baukosten ausmachen. Da lohnt es, sich intensiv über die Grundstücksgröße Gedanken zu machen. Und da kommt es buchstäblich auf jeden Quadratmeter an! Eine Entscheidung für 600 statt 800 Quadratmeter zum Beispiel, kann schnell einige zehntausend Euro sparen. Zwar ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei Grundstücksgrößen zwischen 700 und 900m² relativ betrachtet am geringsten, aber selbst eine kleine Grundfläche von 300 bis 400 Quadratmeter, die, bezogen auf den Quadratmeterpreis, im Verhältnis meist teurer ist, hilft, Kosten erheblich zu senken und bietet dennoch genügend Raum für ein schmuckes Einfamilienhaus auf kleinem Raum. Doch Obacht: Bauordnungen und Bebauungspläne, die beispielsweise einen Mindestabstand des Gebäudes zur Grundstücksgrenze regeln, sind bundesweit nicht einheitlich und können stark voneinander abweichen.   

    3. Lage, Lage, Lage!

    Geht es um Wertbeständigkeit oder gar Wertsteigerung einer Immobilie, werden Immobilienmakler nicht müde, die Lage einer Immobilie als eines der gewichtigsten Kaufkriterien hervorzuheben. Wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, wirkt sich das meist direkt auf den Quadratmeterpreis in den beliebten Lagen aus. Wer also Abstriche bei der Lage machen kann, spart Bares! Und mit etwas Cleverness und Glück wird auch aus einer heute am Markt nicht stark nachgefragten in wenigen Jahren eine Top-Lage! Auch der Lagen-Poker hat seine Tücken: Gesteigerter Mobilitätsbedarf zum Beispiel relativiert den Einspareffekt bereits mittelfristig.

    4. Die Hausgröße

    Bereits bei den ersten Planungen für das Haus gilt die einfache Regel: Je kleiner, desto günstiger. Denn jeder Quadratmeter mehr erhöht die Baukosten. Wenn sie beispielsweise Abstriche bei der Wohnfläche machen und statt den gewünschten 150 Quadratmeter auch mit 120 Quadratmeter zufrieden sind, lassen sich schnell einige zehntausend Euro einsparen.  Die Quadratmeterpreise für den gebauten Wohnraum weichen je nach Region stark voneinander ab –Einsparpotentiale zwischen 1000 und 1500 Euro pro Quadratmeter sind jedoch gute Argumente, den realen Wohnraumbedarf möglichst exakt zu ermitteln.

    5. So einfach wie nötig, so schön wie möglich!

    Klare Formensprache, funktional, modern und schnörkellos – was nach der Kurzbeschreibung einer der einflussreichsten Architekturströmungen, des Bauhaus, klingt, ist für viele Bauherren der kosteneffiziente Weg zum eigenen Heim. Ein einfacher Baukörper, einfache Dachkonstruktionen wie das Pultdach sowie der Verzicht auf Balkone, Erker oder Gauben helfen nicht nur dabei, die Baukosten zu senken, sondern sparen zudem langfristig Heizkosten.   

    6. Gut geplant, ist besser gebaut

    Das gilt auch für den Grundrissgestaltung des Hauses. Denn einfache, unkomplizierte Grundrisse, die konsequent auf Nutzeffizienz ausgelegt sind, helfen Platzverschwendung zu vermeiden und senken so die Kosten. Nicht ohne Grund werden heute oft Wohn- und Essbereich in einen Raum zusammengeführt und die Küchen offen gestaltet. Die damit entfallenden Wände und Türen senken die Kosten und schaffen durch Transparenz selbst bei einem kleinen Haus den Eindruck großzügig dimensionierter Räume. In einem riesigen Schlafzimmer aufwachen, um dann ein geräumiges Bad vorfinden, ist sicherlich ein Vergnügen  – doch das Vergnügen hat seinen Preis.

    7. Bodenplatte oder Keller?

    Gerade bei einem kleinen Budget, ist diese Frage unter Kosten- und Nutzenaspekten sehr genau zu stellen. Zwar bietet der Keller Platz für Hobbys und zusätzlichen Stauraum, ist eine weitere Wohnreserve und oft der Ort für die Heizungsanlage, doch mit einem Keller wird Geld im wahrsten Sinne „im Boden versenkt“. Je nach Grundfläche können hier Kosten im Gegenwert eines Kleinwagens entstehen. 

    8. Ein- und Ausblicke

    Große Fenster bringen viel natürliches Licht ins Haus, schaffen auch bei kleinen Häusern Sichtachsen, die Räume optisch größer erscheinen lassen. Doch Fenster sind auch ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor. Generell sollten sie deshalb weniger und kleinere Fenster verbauen und dabei auf Standardformate zurückzugreifen. Und selbst mit kleinen Fenstern lassen sich, geschickt eingesetzt, tolle Raumeffekte erzielen.

    9. Pragmatischer Purismus

    Gerade wenn es um die Ausstattung geht, sollte bei schmalem Budget ein pragmatischer Purismus Programm sein und die Funktionalität im Vordergrund stehen. Denn ein gutes Design bei Küche und Bad muss nicht unbedingt teuer sein – und wer hier vergleicht, kann spielend einige tausend Euro sparen, ohne auf Komfort zu verzichten.

    10. Hand anlegen!

    Selbst mit zwei linken Händen lohnt es immer, möglichst viel Eigenleistung in den Hausbau einzubringen. Diese „Muskelhypothek“ spart Bares vor allem bei bauvorbereitenden Arbeiten, der Anlage des Gartens, einfachen Installationen in- und außerhalb des Hauses und – den Klassikern des Do-it-youself – Fußbodenverlegung und Malerarbeiten.  Wer es sich zutraut und etwas handwerkliches Geschick mitbringt, für den bieten sogenannte Ausbauhäuser eine clevere Alternative. Bei einem Ausbauhaus haben sie die Möglichkeit, die Innenausbauten ganz oder zumindest teilweise selbst auszuführen – neben der Kostenersparnis lernt man gratis auch noch eine Menge dabei!  

    11. Carport schlägt Garage

    Das gilt zumindest, wenn es um die Kosten geht. Ganz abgesehen von den generell geringeren Anschaffungskosten eines Carport gegenüber einer geschlossenen Garage, können auch die vorbereitenden Arbeiten wie Vorbereitung des Baugrunds oder das Fundament tiefe Löcher in die Baukasse reißen.

    12. Der wichtigste Tipp zum Schluss: Budget-Disziplin

    Selbst die beste Planung und ein realistisches Budget, das auch Baunebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Erschließungskosten, Baugenehmigung oder Bodengutachten, um nur einige Beispiele zu nennen, berücksichtigt, hilft wenig, wenn nicht rigoros Budget-Disziplin gehalten wird. Für die meisten Menschen ist der Bau eines Hauses ein einmaliges Projekt – und die Verlockung ist deshalb groß, sich das eine oder andere Extra zu gönnen. Was vielleicht mit hochwertigeren Badarmaturen beginnt, endet dann schnell bei Sauna oder Gartenteich. Es gilt: Weniger ist am Ende immer mehr.