Den Garten am Haus richtig anlegen

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    Wer ein Haus bauen lässt, der bekommt auch einen Garten. Da nicht jeder neue Hausbesitzer ein Hobbygärtner oder Kleingärtner ist, steht er vor dem Problem: Wie gestalte ich meinen Garten – oder: Was soll ich anpflanzen und was nicht. Eine Rolle spielt dabei der Baugrund für den Neubau. Nicht jede Pflanze wächst auf jedem Boden gleich gut. Natürlich spielen auch die klimatischen Begebenheiten eine Rolle. Was in Flachebenen  prachtvoll gedeiht, kann in Bergregionen vor sich hin kümmern. Also auch mal bei den künftigen Nachbarn nachfragen, welche Erfahrung sie mit Blühpflanzen gemacht haben.

    Ideale Beetpflanzen für Gärten jeder Größe

    Es gibt Beetpflanzen, die Sie in jedem Vorgarten und an jeder Terrasse bzw. einer Böschung pflanzen können, egal wie groß das Grundstück ist. Wählen Sie unproblematische Pflanzen, wie beispielsweise die folgenden:

    BeetpflanzenBeetpflanzenBeetpflanzenBeetpflanzenBeetpflanzenBeetpflanzen

    Die Glockenblume (1) ist eine dankbare, maximal 20 cm hoch werdende, dicht und blau blühende Beetpflanze, die sich rasch vermehrt. Gartennelken (2) beleben jedes Beet und ebenso das Echte Johanniskraut (3). Und schon haben Sie mit gelben, blauen und roten Blüten einen farbenfrohen Minigarten. Mit der Eisbegonie können sie gar nichts falsch machen, die blüht über Monate und nicht nur in Balkonkästen. Wenn Sie hinter die Begonien Salvien (den blauen Ährensalbei) setzen wie auf unserem Foto (4), geht das Farbenspiel weiter. Höher wachsende Pflanzen wie die gelbe Nachtkerze (5) oder den orangenen Sonnenhut (6) sollten Sie natürlich nicht vor die Niedrigblüher setzen. Und Gladiolen schon mal gar nicht. Haben Sie ein Haus in Hanglage, verschönt ein farbenfroher Vorgarten das Ortsbild ganz erheblich.

    Beetpflanzen

    Wenn Sie noch Gartenanfänger sind, sollten Sie Lilien meiden. Die gibt es zwar in wunderschönen farblichen Varietäten, aber wer mit heller Hose oder hellem Rock an die Blüten kommt, wird sich über hartnäckige Flecken ärgern. Keine Flecken machen Dahlien (Foto oben), die ebenfalls in dutzenden Farben angeboten werden. Aber die Kartoffel-ähnlichen Knollen (statt Wurzeln) müssen vor Frostbeginn aus der Erde gegraben und in einer Kiste mit Sand im Keller gelagert werden. Nicht jeder nimmt solche Mühen auf sich.

    Beachten Sie unbedingt die Wuchshöhen von Pflanzen und Gehölzen

    Zwar findet man an allen Pflanzen, Stauden und Gehölzen Etiketten, in denen die Wuchshöhe und der Pflanzabstand angegeben werden, aber leider beachten Garten-Neulinge das nicht immer. Beseelt von der Vorstellung, den Garten möglichst schnell blickdicht zu machen, damit man unbeobachtet vom Nachbarn seinen Mittagsschlaf in der Hängematte abhalten kann, nimmt nach drei oder vier Jahren das eine Gehölz dem anderen den Lebensraum und kümmert vor sich hin. Dieses Problem wird besonders sichtbar, wenn man einen 100 cm hohen Kirschlorbeer pflanzt, der in zwei Jahren gewaltig in die Höhe und Breite gegangen ist. Ragen dann die Äste in das Nachbargrundstück, ist der Ärger schnell da. Unser Rat: meiden Sie Kirschlorbeer und pflanzen Sie lieber, wenn Sie einen dicht umgrünten Garten haben wollen, Taxus – auch Eibe genannt. Auch hier den Pflanzabstand beachten. Beetpflanzen

    Der Taxus wächst langsam in die Breite und Höhe und muss auch mindestens einmal im Jahr rundum geschnitten werden, ist aber der in den letzten zwei Jahrzehnten beliebt gewordenen Leyland-Zypresse vorzuziehen. Die wächst schnell in den Himmel und in die Breite und sollte nur bei großen Grundstücken in das Erdreich kommen, wenn man den Blick auf gegenüberliegende, möglicherweise wenige ansehnliche Häuser oder gar Gewerbebauten kaschieren möchte. Meiden Sie auch die als Lebensbaum bekannte Thuja. Als Solitär hat sie Friedhofs-Charakter, als Heckenpflanze neigt sie zum Austrocknen einzelner Bäume mit dem Resultat, dass die immergrüne Hecke auf einmal gelb-braune Stellen bekommt.

    Was aber nun mit Kletterpflanzen und Obstbäumen?

    Was Kletterpflanzen betrifft, sollten Sie den Knöterich unbedingt vermeiden. Einmal an der überdachten Terrasse gepflanzt, ist er in Windeseile bis unter Ihr Dach gekrochen. Das gilt auch für Efeu und den wilden Wein. Kletterrosen sind, trotz der bekannten Anfälligkeit gegen Blattschädlinge, die besser Alternative. Noch besser ist der Blauregen (Glyzinie), der sehr schnell in die Höhe schießt, dichte blaue Dolden bildet und Schmetterlinge und Hummeln magisch anzieht.

    Eine weitere Alternative wäre der echte Wein. Wein gibt es nämlich auch als rankende Kletterpflanze und bildet dann sogar Trauben, die aber allenfalls den Vögeln als Nahrung dienen können, wenn die Trauben zu Rosinen zusammen geschrumpft sind.

    Beetpflanzen

    Für Obstbäume und Beerensträucher findet sich auch in kleineren Gärten ein Plätzchen. Viele Obstsorten sind als Zwergbäume oder als brusthoch wachsende „Säulen“ kultiviert worden. Man muss also keine Leiter anstellen, wenn man Mirabellen oder Aprikosen ernten will. Für kleine Gärten empfehlen wir, ein solches Bäumchen und einen Beerenstrauch zu pflanzen – so hat man etwas zum Naschen. Ein Brombeerstrauch passt in jeden Garten und Brombeeren sind – anders als Himbeeren – resistent gegen Wurmbefall. Obststräucher und –bäume begeistern vor allem die Kinder und ein selbst geernteter Apfel schmeckt auch deren Eltern besonders gut.

    Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de