Energiesparhaus, Niedrigenergiehaus, Passivhaus oder 3-Liter-Haus

Jahres-Primärenergiebedarf

Der Jahres-Primärenergiebedarf wurde im Zuge der EnergieEinsparVerordnung (EnEV) mit dem Ziel eingeführt, eine Transparenz beim Vergleich zu erzielen. Er berücksichtigt den Jahresheizwärmebedarf, den Nutzwärmebedarf für die Warmwasserbereitung, die Energieverluste des Wärmeversorgungssystems, die Hilfsenergie für Heizung und Warmwasser sowie den Energieverbrauch für die Erzeugung und Bereitstellung der Energieträger wie Öl, Strom oder Gas.

Transmissionswärmeverlust

Transmissionswärmeverlust ist ein Begriff aus der Energieeinsparverordnung. Er ist die Raumwärme, die an die Wände abgegeben wird und von dort nach außen gelangt. Der Transmissionswärmeverlust ist abhängig vom Baustoff und Dämmstoff. Wände, Fenster oder Türen sollten demnach einen möglichst geringen U-Wert aufweisen, um die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten.

3-Liter-Haus

Um einen allgemein verständlichen Begriff zu haben, wurde das 3-Liter-Haus eingeführt, das drei Liter Heizöl (entspricht in etwa 34 kWh) pro Quadratmeter und Jahr für Heizung und Lüftung benötigt. Es wird im Übrigen auch vom 3-Liter-Haus gesprochen, wenn dieses mit anderen Energieträgern wie Erdgas, Strom oder Holz beheizt wird. Die Vergleichswerte betragen dann 2,9 m³ Erdgas, 11,2 kwh Strom oder 7,1 kg Holz. Bei 3-Liter-Häusern kann bis zu 70 Prozent Energie gegenüber den Anforderungen der EnEV gespart werden.

Effizienzhaus 70

Effizienzhaus 70 ist die Bezeichnung eines Energiesparhauses, das von der KfW-Bank gefördert wird. Es löst das KfW-60 Haus ab. Das Effizienzhaus 70 darf nur 70 Prozent der nach Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV) gültigen Höchstwerte hinsichtlich Jahres-Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust erreichen. Wie vorher beim KfW-60-Haus beträgt der Jahresprimärenergiebedarf damit 60 KWh pro m² Nutzfläche des Hauses.

Effizienzhaus 55

Effizienzhaus 55 ist die Bezeichnung eines Energiesparhauses, das von der KfW-Bank gefördert wird. Es löst das KfW-40 Haus ab. Das Effizienzhaus 55 darf nur 55 Prozent der nach Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV) gültigen Höchstwerte hinsichtlich Jahres-Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust erreichen. Wie vorher beim KfW-40-Haus beträgt der Jahresprimärenergiebedarf damit 40 KWh pro m² Nutzfläche des Hauses.

Energiesparhaus 60 (KfW 60- Haus) - veraltete Bezeichnung

Bei einem Energiesparhaus 60 darf nach den Förderrichtlinien der KfW der Primärenergiebedarf von 60 kWh pro Quadratmeter und Jahr nicht überschritten werden. Ein KfW 60-Haus verbraucht weniger als 50 Prozent an Energie gegenüber der EnEV. Für diesen Gebäudestandard stellt die KfW-Förderbank zinsverbilligte Darlehen bereit.

Energiesparhaus 40 (KfW 40-Haus) - veraltete Bezeichnung

Bei diesem Gebäudestandard darf der Jahres-Primärenergiebedarf höchstens 40 kWh pro Quadratmeter hoch sein. Der Energieverbrauch liegt damit etwa zwei Drittel unter den Vorgaben der EnEV. Wer ein KfW-40 Haus baut, kann mit noch höheren Krediten der KfW-Förderbank rechnen als beim KfW-60 Haus.

Passivhaus

Beim Passivhaus ist nicht der Primärenergiebedarf das Maß aller Dinge, sondern der Heizenergiebedarf. Und dieser darf 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten. Im Vergleich zu einem Niedrigenergiehaus nach EnEV benötigt ein Passivhaus 80 Prozent weniger Heizenergie, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude über 90 Prozent. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr mit weniger als 1,5 l pro Quadratmeter aus.
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