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Leckstellen vermeiden in der luftdichten Gebäudehülle

Die Energieeinsparverordnung fordert die luftdichte Gebäudehülle. Dazu werden meist Dampfbremsen oder sogar Dampfsperren angebracht, die verhindern sollen, dass Feuchtigkeit in die Konstruktion und vor allem in die Wärmedämmung gelangt. Sind in den Folien allerdings Lecks, ist es mit der Luftdichtigkeit nicht mehr weit her. Warme Luft dringt in die Konstruktion ein, schlägt sich dort an der kalten Oberfläche als Tauwasser nieder und schädigt diese. Daher ist es sehr wichtig, dass die Dichtfolien sorgfältig verklebt werden. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Durchdringungen, Überlappungen und Anschlüsse zu legen, da dort häufig Lecks entstehen bzw. von Anfang an vorhanden waren.
 
Bauschäden durch Tauwasser
Durch kochen, waschen, baden, duschen oder schwitzen produziert ein vier- bis fünfköpfiger Haushalt in einer Woche so viel Wasserdampf, dass man damit eine Badewanne füllen könnte. Wird die Feuchtigkeit nicht durch Lüftung nach draußen gebracht, sucht sie sich ihren Weg durch Lecks in der luftdichten Schicht. Dort schlägt sich die Feuchtigkeit an der Holzkonstruktion nieder und verursacht Schimmelpilze. Zudem sammelt sich Feuchtigkeit in der Wärmedämmung und verringert so die Dämmeigenschaften. Die Wärme gelangt schneller von drinnen nach draußen.

Bedenken Sie bitte:
  1. auch das vermeintlich wasserdichte Styropor kann Wasserdampf aufnehmen und speichern wie ein Schwamm
  2. Zellulose verklumpt und hat dann dieselbe "Dämmwirkung" wie nasse Pappe
  3. Mineralwolle reichert sich ebenfalls spielend leicht mit Wasser an
  4. Natur-Dämmaterialien wie Wolle werden zu einem nassen Lappen
In allen Fällen bildet die durchfeuchtete Dämmung einen idealen Nährboden für Pilzbefall. Leckstellen müssen also in jedem Fall vermieden werden. Sind sie jedoch schon vorhanden, kann nicht einfach das Leck geschlossen werden. Zuvor ist zu prüfen, ob die Dämmung nicht ganz oder partiell erneuert werden muß. Denn je nach Konstruktion trocknet die Dämmung keineswegs von selbst ab.

Typische Leckstellen in Dichtfolien
Werden Dampfsperren oder Dampfbremsen verlegt, kommt es zu drei typischen Leckstellen: Im Bereich von Durchdringungen, bei der Überlappung und beim Anschluss auf unebenes Mauerwerk oder Putz.

Durchdringungen sind beispielsweise Dunst- und Elektrorohre, Sparren, Pfetten, Balken, Dachfenster, Fenster, Türen oder Steckdosen. Die Dichtfolie muß an diesen Stellen durchtrennt werden, so dass ein Leck entsteht. Dieses Leck darf nicht mit Bauschaum oder einem gewöhnlichen Paketband geschlossen werden. Beides ist nicht alterungsbeständig und die Klebewirkung reicht nicht aus, die Folie dauerhaft mit der Durchdringung zu verbinden. An diesen Stellen muß die Dampfbremse bzw. Dampfsperre mit einem Spezialklebeband befestigt werden. Diese Klebebänder sehen zwar ähnlich aus wie Packbänder für Pakete, doch halten sie wesentlich mehr aus. Sie besitzen eine starke Klebkraft, sind dehnbar und folgen damit der Baudehnung und sie sind alterungsbeständig. Schließlich soll die Dampfbremse nicht nur einige Monate, sondern Jahrzehnte dicht sein. Die Spezialklebebänder haften in der Regel auf Metall, sägerohem Holz, hartem Kunststoff oder harten Holzwerkstoffplatten.

Dampfbremsen bzw. Dampfsperren sollten überlappend verlegt werden. Das verhindert allerdings nicht völlig, dass Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangen kann. Deshalb sollten die Überlappungen vollflächig verklebt werden. Auch hierfür gibt es Spezialklebebänder, die vom Aufbau denen von Durchdringungen ähneln. Auch sie sind alterungsbeständig und besitzen eine starke Klebkraft. Neben Folien, Vliesen oder Aluminiumfolien lassen sich auch harte Holzwerkstoffplatten wie OSB mit diesen Spezialklebebändern verkleben.

Die dritte Schwachstelle ist der Anschluss der luftdichten Schicht an Mauerwerk oder Putz. Beispielsweise muß die Dampfbremse bzw. Dampfsperre beim Ausbau des Daches an der Giebelwand befestigt werden. Luftdichtheit kann man in diesem Fall nicht einmal mit den Spezialklebebändern herstellen. Die Industrie hat für den Maueranschluss verschiedene Systeme entwickelt. Häufig arbeitet man mit vorkomprimierten Dichtbändern und Anpresslatten. Vorkomprimierte Dichtungsbänder können kleinere Unebenheiten sehr gut ausgleichen. Die Anpresslatte wird im Mauerwerk verschraubt und hält Dichtungsband und Dichtungsbahn an der gewünschten Stelle. Alternativ gibt es auch Lösungen ohne Anpresslatte. Hier wird die Dichtungsbahn mit einem Spezialkleber an das Mauerwerk geklebt.

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