Das Fertighaus oder dessen Preiswert-Alternative, das Ausbauhaus, ist
grundsätzlich ein Haus in Holzbauweise und eine vollwertige Alternative zum konventionell gebauten Haus. Während das Steinhaus auf der
Baustelle hochgemauert werden muß, entstehen Fertighäuser und Holzhäuser weitgehend in der Halle, geschützt vor Wind und Wetter. Die
großformatigen Bauteile werden mit computergesteuerten Maschinen vorgefertigt und innerhalb einer Woche auf der Baustelle zur kompletten
Haushülle montiert. Für den Innenausbau werden dann je nach Hersteller und Eilbedürftigkeit zwei Wochen bis höchstens zwei Monate benötigt.
Dann ist Übergabe eines trockenen, sofort bewohnbaren Hauses.
Dieses Foto macht
die Vorteile der Fertighauses-Bautechnik (hier eines Holzhauses) auf den ersten Blick klar: Während die
herkömmlichen Häuser rechts und links noch nicht bezugsfertig sind, weil der Winter Einzug gehalten hat, ist das Fertighaus
längst bewohnt - und es bietet, wie man sieht, auch optische Reize. Wie schnell ein Fertighaus tatsächlich entsteht, erfahren Sie, wenn
Sie hier klicken!
Ausbauhaus als preiswerte Alternative
Fertighäusersind nicht billig, aber preiswert. Vor allem dann, wenn man sich für die "Sparversion", nämlich ein Ausbauhaus
entscheidet, bei dem man den Innenausbau teilweise oder (fast) ganz selbst vornimmt. Ab 60.000 € sind Ausbauhäuser
zu haben, ab 120.000 € Fertighäuser (wobei es auch Hersteller mit noch geringeren Preisen gibt). Nach oben gibt's kein Limit.
Die Villa von 600.000 Euro? Auch diese gibt's in Holzfertigbauweise! Das Fertighaus ist ein "schnelles" Haus,
bauphysikalisch bewährt, die Lebensdauer liegt bei über hundert Jahren, die Abwicklung aus einer Hand ist problemlos und es ist der Energiesparer
schlechthin. Banken und Bausparkassen beleihen ein solches Objekt genauso wie ein übliches Massivhaus, was nicht verwundert, denn der technische
Standard ist hoch, dafür sorgen u.a. Prüfinstitute, Güte- und Qualitätsgemeinschaften.
Mit Verbundschaltechnik zum massiven Fertighaus
Mit der sog. Verbundschaltechnik arbeiten einige
wenige Hersteller. Dabei wird zwischen die vorgefertigten Holzwerkstoffwände auf der Baustelle Beton verfüllt. Es entsteht also ein massives Fertighaus.
Nach diesem Prinzip arbeiten inzwischen auch einige Anbieter von Selbstbauhäusern bzw. Bausatzhäusern, wobei sogenannte Verfüllziegel aus gepressten
Holzspänen bzw. aus Blähton aufeinandergesetzt und dann mit Beton verfüllt werden. Eine weitere Alternative des Bausatzhauses sind Hartschaum-
Schalungssteine aus Polystyrol, die ähnlich wie Legosteine auf- und aneinander geschichtet und zum Schluß ebenfalls mit Beton ausgefüllt werden.
Doch zu den Bausatzhäusern gehören auch jene, die der Bauherr nach einem vorgegebenen Bauplan aus Plansteinen und Porenbetonsteinen selbst hochzieht.
Beim Bausatzhaus wird selbst gemauert
Ein Bausatzhaus ist also die preiswerteste Alternative, weil hierbei der Bauherr nicht nur den Innenausbau durchführt, sondern in
Eigenleistung das ganze Haus hochmauert. Doch was heißt "mauern" im Zusammenhang mit einem Bausatzhaus? Ein Bausatz kann a u c h aus
angelieferten Balken und Bohlen bestehen, mit denen ein
Holzhaus
oder ein
Wohnblockhaus
in Eigenregie errichtet wird. Und einige wenige
Fertighaushersteller gehen sogar soweit, dass sie - wenn der Kunde es so will - die vorgefertigten Wände und Decken bis an die Baustelle liefern,
also sozusagen "auf die grüne Wiese legen" und der Bauherr dann selbst dafür sorgen muß, diese Elemente zu montieren. Ob das sinnvoll ist, steht auf
einem anderen Blatt.
Fertighäuser aus vorgefertigter Ziegelwand
Stand und steht der Begriff Fertighaus bisher für eine nicht massives, also nicht aus Ziegelsteinen oder Beton errichtetes
Haus, so wird man diesen Begriff in Zukunft weitergefaßt verstehen müssen. Auch Häuser aus vorgefertigten Betonelementen oder sogar komplett
vorgefertigten Ziegelwänden sind Fertighäuser. Vom Verständnis her macht es keinen Unterschied, ob die Elemente aus einer Holzkonstruktion bestehen
oder aus Beton-Fertigteilen oder einer Ziegelwand. Das unumstößliche Merkmal eines Fertighauses ist und bleibt aber, dass die gesamte Gebäudehülle in
Einzelteilen in einem Werk vorgefertigt worden sind und dann auf der Baustelle zum Haus zusammengefügt werden.
Klassisch: Holzrahmenbauweise und Holztafelbauweise
Nicht übersehen werden darf
aber, dass sich das klassische Fertighaus in Holzrahmen- oder Holztafelbauweise weltweit seit Generationen bewährt hat und in Skandinavien die übliche
Bauart eines Einfamilienhauses ist. Lediglich weil im Unterbewußtsein der Deutschen tief verankert ist, dass ein Einfamilienhaus möglichst massiv sein
sollte, richtet sich die Fertighausindustrie auch auf massive Varianten ein. Dabei wird das klassische Fertighaus weiterhin bestehen bleiben und
weiterhin gebaut und angeboten werden, denn nicht jedermann ist der Meinung, ein Haus sei nur dann ein Haus, wenn es Stein auf Stein gebaut worden ist.
Weitere Informationen über die Holzrahmenbauweise erhalten Sie hier.
Die EnEV schreibt auch eine
absolute Luftdichtheit der Gebäudehülle vor - für Wohnhäuser aller Art. Selbstverständlich erfüllen alle neu
erbauten Fertighäuser diese Anforderungen. Wenn der Bauherr daran zweifelt, kann er einen Blower-Door-Test machen lassen, der allerdings nicht
gesetzlich vorgeschrieben ist und deshalb auch vom Hausbesitzer bezahlt werden muß.
Unsere Fotos zeigen, wie eine Innenwand im Fertighauswerk entsteht (links) und rechts eine fertige Giebelwand
mit Fenstern, fertig zum Transport auf die Baustelle. Foto: www.fotografen-online.de
Die Abwicklung über nur einen Partner macht sich auch später bezahlt. Die Gewährleistung übernimmt eben e i n e Firma.
Sollte es zu Reklamationen kommen, muß sich der Bauherr nicht mit mehreren Handwerkern und Architekt oder Bauleiter auseinandersetzen, die sich die
Schuld an einem Bauschaden gegenseitig zuschieben.
Das Systemhaus als verkapptes Fertighaus
So ist das auch bei einem Haustyp, für den es keine einheitliche Vokabel gibt. Es ist das
klassisch gemauerte Haus, das nicht individuell von einem Architekten entworfen wurde, sondern als Typenhaus angeboten und bundesweit mit eben diesen
identischen Typen in identischer Bauweise angeboten wird. Wie beim Fertighaus auch, kann derselbe Haustyp also vielfach in Deutschland anzutreffen
sein. Und wie beim Fertighaus auch, hat es der Bauherr nur mit einem Hersteller zu tun. Und wie beim Fertighaus auch, zieht der Bauherr in ein
komplett fertig gestelltes Haus ein. Weil diese Häuser nach einem bestimmten System und mit systematisierten Bauteilen errichtet werden, sprechen
wir in diesem Zusammenhang von Systemhäusern, während die Hersteller gerne von einem "massiven Fertighaus" sprechen, was aber in diesem Zusammenhang
nicht ganz korrekt ist. Das Baumaterial jedenfalls, mit dem ein solches Systemhaus gebaut wird, ist der Baustein - und dieser kann aus sehr
unterschiedlichen Materialien bestehen. Vom Porenbetonstein über den Hohlkammerziegel bis zum KS-Stein.