Heute unterscheidet man Dämmstoffe nach der Materialbeschaffenheit (Matten oder Filze, Platten und Schüttungen) und der Materialgruppe (z. B. mineralische, synthetische oder pflanzliche Dämmstoffe). Eines ist Dämmstoffen unabhängig von der Zusammensetzung gemeinsam: Alle weisen ein großes Volumen bei einem vergleichsweise geringem Gewicht (aufgrund der enthaltenen kleinen Hohlräume) auf. Mittlerweile werden alleine in Deutschland im Jahr 30 Millionen Kubikmeter Dämmstoffe verbaut. In welcher Form die heute gängigen Dämmstoffe erhältlich sind, entnehmen Sie bitte folgender Tabelle:
Darüberhinaus werden Dämmstoffe entsprechend ihrer Eignung in Anwendungstypklassen eingeteilt. Diese Klassen werden mit Buchstabenkürzeln wie "W" oder "WD" bezeichnet. Wie alle anderen Baustoffe auch werden Dämmstoffe gemäß ihrer Brennbarkeit in die Baustoffklassen "A" und "B" eingeteilt. Die Brennbarkeit von Baustoffen haben wir bereits an anderer Stelle behandelt.
Typ
Bedeutung
Einsatzgebiete
W
Wärmedämmstoff, nicht druckbeansprucht
Außendämmung / Innendämmung / Dachbereich
WZ
Wärmedämmstoff, leicht zusammendrückbar
Innendämmung / Dachbereich
WD
Wärmedämmstoff, druckbeansprucht
unter Estrich / unter Bodenplatten
WS
Wärmedämmstoff, für Sondereinsatzgebiete
Fassadendämmung mit Putz
WV
Wärmedämmstoff, verformbar, mit Beanspruchung auf Scherfestigkeit
Außendämmung / unter Estrich
T
Trittschalldämmung
unter Estrich
WL
Wärmedämmstoff, für belüftete Dachkonstruktionen ohne Druckbeanspruchung
Dachbereich
WDA
Wärmedämmstoff, druckbeansprucht, mit erhöhter Abrißfestigkeit
Flachdächer
WDH
Wärmedämmstoff, erhöhte Druckbelastbarkeit
Parkdecks
Unter der Bezeichnung "Dämmstoffe" versteht man also Baustoffe, die, da sie aus den verschiedensten Materialien bestehen - auch unterschiedliche Eigenschaften haben können. Dämmstoffe unterscheiden sich beispielsweise in Bezug auf ihre Wärmeleitfähigkeit, das Feuchtigkeitsverhalten, das Wärmespeichervermögen, dem Rohgewicht und der Dampfdiffusion. Aus ökologischen Gesichtspunkten immer häufiger beachtet wird auch der Primärenergieverbrauch bei der Herstellung und die Energetische Amortisation. Damit wird angegeben, wie lange ein Dämmstoff im Einsatz sein muß, um die bei der Herstellung verbrauchte Energie eingespart zu haben. Das ist aber selbst im ungünstigsten Fall (Polyurethan) nach spätestens zwei Jahren der Fall.
Die Wärmeleitfähigkeit eines Stoffes wird in Lambda (= W/mK) gemessen. Der Lambda-Wert gibt die Wärmemenge an, die durch einen ein Kubikmeter großen Würfel eines Stoffes dringt, wenn zwischen den beiden Seiten ein Temperaturunterschied von 1° Celsius herrscht. Je kleiner der Wert ist, desto besser dämmt das Material. Hat ein Material einen hohen Lambda-Wert, kann man aber mit größeren Dämmstoffdicken trotzdem eine hervorragende Wärmedämmung erzielen. Um eine Vergleichbarkeit der Dämmstoffe zu erreichen, werden diese in Wärmeleitgruppen eingeteilt. Dazu wird der Lambda-Wert mit 1000 multipliziert.
Das Feuchtigkeitsverhalten ist ebenfalls interessant, da Feuchtigkeit die Wärmedämmeigenschaften eines Baustoffes stark herabsetzen kann. Pflanzliche Dämmstoffe sind hier den synthetischen Varianten in der Regel überlegen.
Das Wärmespeichervermögen macht sich besonders im Sommer bemerkbar. Ideal sind Dämmstoffe, die tägsüber bei großer Sonneneinwirkung viel Wärme speichern, um sie dann nachts, wenn es kühler geworden ist, wieder an die Außenluft abzugeben. Diese Dämmstoffe wirken dem "Backstuben-Klima" unter gedämmten und ausgebauten Steidächern entgegen.