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Garage oder Carport beim Fertighaus

Grund und Boden ist in der Bundesrepublik nicht billig und je nach Attraktivität der Stadt oder Gemeinde sogar sehr teuer. Abschreckendes Beispiel ist der Großraum München. Als sich in Deutschland Dörfer und Städte entwickelten, konnte niemand ahnen, dass diese einmal von Lkws und Pkws vollgestopft werden würden. Wohin also mit dem Privatfahrzeug? Die Antwort auf diese Frage ist auch für alle interessant, die sich mit dem Bau oder Kauf eines Fertighauses beschäftigen oder schon in einem wohnen.

Generell sind öffentliche Straßen „Allgemein­gut“ und nicht Parkplätze für Mit­men­schen, die an diesen Straßen wohnen. In einer ruhigen Wohn­straße stört es niemanden, wenn die Nach­barn ihre Pkws vor dem eige­nen Haus abstellen. Die Dinge ändern sich aber dra­matisch, wenn der Zweit­wagen für die Ehe­frau dazu kommt oder die/der Partner/in auch einen PKW fährt. Die Sache poten­ziert sich, wenn in die Dach­ge­schoss­wohnung ein junges Pärchen einzieht, das ebenfalls je einen fahrbaren Unter­satz besitzt. Und wenn dann auch noch der 18-jährige Sohn beschließt, weiterhin in der „Pension Mama“ zu verweilen und die ersparte Miete in die Finan­zierung eines Pkws zu stecken, dann steht ein Fahrzeug in der Garage und vier Pkws am Straßen­rand. Sollte bei den Nachbarn der PKW-Zuwachs ähnlich sein, dann ist bald kein Durchkommen mehr in der Straße.

Dass man Garagen geschickt in oder an den Baukörper integrieren kann, beweisen viele Hersteller von Fertighäusern, zumal Fertighäuser ja auch ganz individuell geplant werden können. WEISS-Fertighaus (linkes Foto oben) hat hier in das Erdgeschoß in Hanglage eine Doppelgarage eingebaut, deren Dach als Terrasse genutzt wird. Und POGGENBURG-Haus hat bei diesem Haus (Foto rechts oben) die angebaute Garage in derselben Dachneige und derselben Dacheindeckung errichtet, so dass alles sehr harmonisch wirkt.

Da ein Fertighaus in der Regel einen gemauerten oder betonierten Keller hat, bestünde auch die Möglichkeit, eine Garage in das Kellergeschoss einzubauen. Wer durch eine Wohngegend mit Häusern aus den 59-er und 60-er Jahren fährt, sieht diese Alternative sehr oft. Der Vorteil ist, dass man kein breiteres Grundstück benötigt. Die Nachteile sind aber: Verkleinerung des Kellerraums, Abböschen der Zufahrt mit dem Problem des Rückwärtssetzens bei Glatteis sowie Gefahr des Vollaufens bei starken Regengüssen.

Sinnvolle Lösung ist, die Garage nach hinten anzubauen, also in die Tiefe des Grundstücks hinein. Dann kann auf der Auffahrt der Zweitwagen parken, wenn auch mit dem Nachteil, dass rangiert werden muss, wenn der in der Garage abgestellte PKW morgens als erster „bewegt“ werden muss. Würde das Verfahren auch bei einer Doppelgarage praktiziert, könnte man auf seinem eigenen Grundstück also vier Personenwagen abstellen.

Viele Fertighaus-Bauherren wollen gar keine Garage auf Ihrem Grundstück, sondern lieber einen Carport, was vielfach optisch besser aussieht. Allerdings kann auch eine Fertiggarage gefällig aussehen und optisch aufgemotzt werden. Hat das Fertighaus ein Pultdach, lässt sich auch eines auf die Garage setzen, womit der Hausbesitzer auch Stauraum gewinnt, etwa für Gartenmöbel, die überwintern sollen. Doch zurück zum Carport. Den kann man nicht „einfach so“ aufstellen, dafür muss man ebenso wie für die Garage eine Bauanzeige einreichen – es sei denn, die entsprechenden Parzellen sind bereits im Bebauungsplan der Gemeinde eingetragen.

Carports können vom Bauherren und ein bis zwei Helfern selbst aufgebaut werden. Wie man Punktfundamente baut, erfahren Sie hier mit einem Klick. Carports haben bekanntlich alle ein Dach, das vor Sonne, Regen und Schnee schützt – aber nur mit Einschränkungen. Regen und Schnee können aus der Haupt-Windrichtung „schön“ über den PKW geblasen werden, da ein Carport keine Wände hat. Ein Carport schützt auch nicht vor vereisten Scheiben. Kritisch ist, den Carport zu verbrettern. Das erlaubt erstens die Bauaufsicht nicht, weil dann „Bretter­kisten“ in der Gegend herum stehen und das Erscheinungsbild eines Baugebiets oder einer Wohnstraße beeinträchtigen. Und zweitens kann aus einem Wind ein Orkan werden, dem die verbretterte Balkenkonstruktion nicht stand hält.

Ganz anders zeigt sich die Situation, wenn der Carport bei einem Fertighaus schon herstellerseitig angebaut wurde. Beim Beispielhaus der Firma FAVORIT (Foto oben links) wirkt der Carport so, als ob es gar nicht anders sein könnte. Und auch beim Beispielhaus des Herstellers ZENKER (Foto oben rechts) ist eine harmonische und sturmfeste Lösung zu bewundern. Das Dach ragt weit über und hat links fast den Charakter eines Hauses mit Schleppdach. Was hier als Carport zu sehen ist, kann der Hersteller auch als Garage errichten. Dass auf der gegenüberliegenden Seite noch ein überdachter Freisitz entstanden ist, erhöht die architektonische Optik.


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