Laminatböden - verkleben oder "klicken"?

Die Verlegung von Laminat ist eine Tätigkeit, die man mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selber übernehmen kann. Trotzdem scheuen immer noch viele Heimwerker davor zurück. Inzwischen bieten viele Laminathersteller neuartige Produkte an, die sich noch einfacher verlegen lassen.

Normalerweise werden die einzelnen Paneele in Nut und Feder verleimt. Dann werden sie fugenfrei mit Schlagklotz und Hammer zusammengefügt. Dieses bewährte Verfahren ist allerdings vergleichsweise zeitaufwendig, zudem besteht immer die Gefahr, daß überschüssiger Klebstoff aus den Fugen quillt und an der Oberfläche des neuen Bodenbelags zu unschönen Leimschlieren führt.

Einige Hersteller bieten daher seit geraumer Zeit verschiedene Laminatsysteme an, die ganz ohne Leim verlegt werden können. Stabilität bekommen die Konstruktionen dabei entweder durch Aluschienen, ein Klammersystem oder durch eine ganz besondere Nut- und Feder-Fräsung. Die Paneele werden nur noch eingeklickt oder ineinandergeschoben - fertig!

Das spezielle Nut- und Federprofil wird...

...ineinandergesteckt, nach unten gedrückt...

...und die Paneele rasten ein.
Fotos (3): Gründorf


Die Vorteile der neuen Techniken liegen auf der Hand: Die Verlegezeit verkürzt sich deutlich und der fertige Boden ist direkt nach der Verlegung begehbar, da die Zwangspause durch den Austrocknungsvorgang des Leims entfällt. Zudem - so werben zumindest einige Hersteller - könne man die Laminat-Paneele ja jederzeit wieder "auseinandernehmen" und beispielsweise nach einem Umzug in der neuen Wohnung erneut verlegen. Aufgrund verschiedener Raumgrößen dürfte das aber nur in den allerseltensten Fällen ein Kaufargument sein. Praktischer ist da schon die Möglichkeit, einzelne beschädigte oder zerkratzte Paneele problemlos austauschen zu können.

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten: Die Erfahrung zeigt, daß bei den neuen Systemen die Bereiche zwischen den einzelnen Paneelen, die ja sonst mit Leim verschlossen sind, recht empfindlich auf Schmutz und eindringendes Wasser reagieren. Im günstigsten Fall sieht das dann nur unschön aus, im ungünstigsten Fall quillt sogar die Trägerplatte auf. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn das "Klick-Laminat" auf unebenen Unterböden verlegt wird: Durch die unterschiedliche Belastung beim Begehen entstehen dann sehr schnell kleinste Fugenöffnungen. Daher ist es wichtig, die Verarbeitungsvorschriften der Laminathersteller ernst zu nehmen. Denn trotz der Verwendung von hochwertigen, besonders quellarmen Trägerplatten und der Behandlung von Nut und Feder mit Wachsen bleibt das der Schwachpunkt der leimlosen Laminatsysteme.

Wenn Sie wissen wollen, wie man den "klassischen" Nut- und-Feder-Laminatfußbodenmontieren soll, so klicken sie hier.

Wenn Sie wissen wollen, wie man das "Klicklaminat" verlegen soll,
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