Ein trockenes Grundmauerwerk ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein
langes Gebäudeleben. Wenn in den Keller Feuchtigkeit eindringt, wirkt sich das
auf den ganzen Bau aus. Schimmelbildung, Flecken und abblätternder Putz sind
die Folgen und der Beginn des Verfalls der Bausubstanz.
Im Privatbereich werden Keller heutzutage überwiegend als Wohn-, Arbeits-,
Hobby- und Vorratsräume genutzt. Um so wichtiger ist es, daß ein gesundes
Raumklima vorherrscht und die Kellerwände nicht feucht sind.
Für den richtigen Grundmauerschutz ist eine sorgfältige Beratung und Planung
unverzichtbar. Da Baustoffe wie beispielsweise Mauersteine, Mörtel und Beton
porös sind, nehmen sie die im Erdreich immer vorhandene Feuchtigkeit auf.
Darum müssen alle erdberührten Kellerwände gegen Wassereinwirkung abgedichtet
werden.
Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Es gibt verschiedene Arten der
Wasserbelastung und damit auch verschiedene Abdichtungssysteme. In der Regel
wird mit Bitumenvoranstrich und Bitumendickbeschichtungen oder -bahnen
gearbeitet. Diese senkrechte Abdichtung muß gegen Beschädigungen geschützt
werden, beispielsweise durch Kunststoffnoppenbahnen oder durch
Wärmedämmplatten. Bei beheizten Kellerräumen ist ohnehin eine außenliegende
Wärmedämmung erforderlich.
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Die Arten der Wasserbelastung sind normale Bodenfeuchte, nichtdrückendes
Wasser und drückendes Wasser. Immer angenommen werden als Belastung muß
Bodenfeuchte. Bodenfeuchte ist kapillar gebundenes Wasser, das auch entgegen
der Schwerkraft fortgeleitet werden kann. Auch Sickerwasser wird zur
Bodenfeuchte gezählt, wenn der Boden bis zu einer ausreichenden Tiefe unter
der Fundamentsohle nicht bindig ist. Das heißt wenn der Boden beispielsweise
aus Sand oder Kies besteht. Auch bei starken Niederschlägen darf sich das
Wasser nicht aufstauen.
Die DIN 18195 beschäftigt sich mit kunststoffmodifizierten
Bitumendickbeschichtungen (KMB). In den Teilen 4 bis 6 finden sich die
verschiedenen Belastungsarten.
Teil 4, "Abdichtungen gegen normale Erdfeuchtigkeit". Das Wasser versickert
ungehindert im wasserdurchlässigen Boden. Gut durchlässige Sand- und
Kiesböden. Das Wasser staut nicht, gelangt nicht tropfbar-flüssig an den
Baukörper und sickert lotrecht ab. Dränschicht nicht erforderlich.
Teil 5, "Abdichtungen gegen nicht drückendes, kurzzeitig stauendes Wasser":
Die Baugrube füllt sich mit Sicker- oder Stauwasser, welches im
wasserundurchlässigen Boden nur schlecht abfließt. Über eine Dränage
(nach DIN 4095) kann das Wasser jedoch abgeleitet werden.
Teil6, "Abdichtungen gegen drückendes Wasser": Böden mit Grundwasser, das von
allen Seiten ständig oder zeitweise einen hydrostatischen Druck ausübt, auch
betonangreifend.
Eine waagerechte Abdichtung muß ca. 10 cm über dem Kellerfußboden und
ca. 30 cm über der Geländeoberkante eingebaut werden (siehe Darstellung 2).
Falls der Keller vollständig unterhalb der Geländeoberkante liegt, muß eine
dritte Abdichtung oberhalb der Kellerdecke eingebracht werden
(siehe Darstellung 3).
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Wenn drückendes Wasser auf die Wände einwirkt, muß eine Dränanlage gebaut
werden. Man braucht dazu eine um das Haus laufende Sickerschicht aus Kies
und ein mit leichtem Gefälle verlegtes Drainagerohr zum Ableiten des
Wassers (siehe Darstellung 4). Auch bei nichtdrückendem Wasser empfiehlt
sich eine Drainage, um auf Dauer auszuschließen, daß Wasser die Wände
belastet.
Über den Kellerbau insbesondere bei hohem Grundwasserstand lesen Sie hier
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