Verzierungen sowie einzelne Ornamente, wie an nebenstehenden Kindermöbeln gezeigt, können natürlich auch nach eigenen Ideen stilgerecht ausgeführt werden.
Selbst Schriften können durch Fräsen erzeugt werden. Zu diesem Zweck dient der spezielle Schriftfräser, der für saubere und fein ausgearbeitete Buchstaben sorgt. Das Umfeld wird hierbei mit dem Halbrundfräser ausgehoben und mit dem Nutfräser exakt plan gefräst.
Die Schneidmaterialien
Der Fräserschneidenwerkstoff bestehen entweder vollständig aus hochwertigem Werkzeugstahl (HSS) oder haben Schneiden aus Hartmetall (HM). In Sonderfällen kann auch der gesamte Fräser aus Hartmetall bestehen.
HS-Fräser
Der Schneidenwerkstoff HS (früher HSS) lässt sich wegen der Elastizität des Werkstoffes mit sehr dünnen und scharfen Schneiden versehen. Es ergibt sich dadurch eine besonders gute Oberfläche. Weil aber HSS relativ schnell abstumpft und bei unsachgemäßer Anwendung zum Überhitzen neigt, sind diese Fräser nur zur Bearbeitung von weichen Hölzern geeignet. Sie sind erhältlich mit gerader oder spiralförmiger Schneide. Um ein 100-prozentig optimales Fräsbild zu erhalten, sollte der Fräser direkt unter den Fräskopf gespannt werden, mindestens jedoch bis zur Markierung am Frässchaft.
HW-Fräser
HW-Fräser (früher HM - Fräser) sind robust und haben auch bei der Bearbeitung von harten Hölzern und Kunststoffen eine lange Standzeit und halten beim Fräsen von Hartholz, Plattenwerkstoffen und Kunststoffen auch starken Beanspruchungen stand. HW-Fräser gibt es in verschiedenen Ausführungen: Vollhartmetallfräser, Fräser mit bestückter Schneide und Werkzeuge mit Wendeplatten.
Obwohl kostenintensiver als HS-Fräser, haben sie für normale Fräsarbeiten das günstigere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Voll-HM-Fräser
Fräser mit kleinen Durchmessern (<6mm) für spezielle Anwendungsfälle, wie beispielsweise Schriftenfräser, werden oft vollständig aus Hartmetall gefertigt. Sie haben meist besondere Schneidenformen, die sich mit HS nicht in der gewünschten Standzeit herstellen lassen.
Alle Maße auf einen Blick:

Fräser schärfen?
Fräser die bei handgeführten Oberfräsen eingesetzt werden, haben meist so geringe Abmessungen, dass ein Nachschärfen technisch zu aufwendig und damit kosten ungünstig wäre. Auch wegen der sich ändernden Abmessungen ist das Schärfen eher unüblich.
Was muss bei den Schaftdurchmessern beachtet werden?
Die metrischen Abmessungen dürfen nicht mit den Inch - Abmessungen verwechselt werden. Dies kann relativ leicht geschehen, weil die Maße sich nur geringförmig unterscheiden. 1/4" ~ 6,35 mm; 3/8" ~ 9 mm; 1/2" ~ 12,5 mm. Wenn man also einen metrischen Fräser in eine Inch - Spannzange setzt, kann man sie nicht fest genug anziehen. Umgekehrt lässt sich ein Inch - Fräser nur mit Gewalt in eine metrische Spannzange treiben und sitzt dann meist unlösbar fest.
Schaftdurchmesser bei Fräsern
Die überwiegende Zahl der Fräser haben metrische Schaftdurchmesser von 6; 8; 10; 12 mm, wobei die häufigsten Durchmesser 8 und 12 mm betragen. In englischsprachigen Ländern sind jedoch auch die Inch - (Zoll)Maßsysteme üblich. Die Abmessungen sind dann 1/4"; 3/8"; 1/2".
Fräserschneiden
Die meisten Fräser besitzen zwei gegenüberliegende Schneiden, wodurch sich große Spannuten ergeben, welche besonders beim Bearbeiten von langspänigen Werkstoffen einen günstigen Spantransport gewährleisten. Sonderfräser (z.B. für Aluminium) und Fräser geringen Durchmessers besitzen oft nur eine Spannut, um einen einwandfreien Spantransport zu gewährleisten. Bei Fräsern mit geringen Spanabnahmen, z. B. Bündigfräsern, werden zum Teil 3-schneidige Fräser verwendet, um eine hohe Oberflächengüte zu erreichen.
Sicherheit
Gehen Sie auf Nummer sicher: Nur die Fräser, die den EU-Richtlinien für Holzbearbeitungsmaschinen entsprechen, werden nach erfolgreicher Prüfung mit der Bezeichnung MAN versehen.
Als geprüftes Werkzeug für Handvorschub weisen sie folgende Merkmale auf:
weitgehend kreisrunde Form
Rückschlagsicherheit durch Spandickenbegrenzung auf höchstens 1,1 mm
begrenzte Spanlückenweite "S"
Schnittgeschwindigkeit auf dem Fräserschaft
Prüfzeichen
Was in der Praxis zählt, ist das Ergebnis. Makellose Oberflächen und perfekte Profile. Ein sauberes Fräsbild vermeidet zeitraubende Nacharbeiten. Eine optimale Schneidengeometrie und der richtige Schliff sorgen für eine tadellose Oberfläche.
Wichtige Regeln beim Fräsen:
Beim Fräsen am besten an den Hirnholzseiten beginnen. Hierbei reißen leicht Fasern aus. Gesplitterte Ecken erden korrigiert durch Fräsen in Faserrichtung.
Wichtig für optimale Ergebnisse ist die korrekte Vorschubrichtung. Von oben gesehen, dreht sich der Fräseinsatz im Uhrzeigersinn. Die Maschine immer so führen, dass der Fräser sich mit dem Vorschub ins Material hineinziehen kann. Liegt die hintere Seite an, wird die Maschine nach rechts geführt. Fräst man mit der körperzugewandten Seite, wird die Oberfräse nach links geführt.
Beim Arbeiten mit der Oberfräse im Frästisch darauf achten, dass die Laufrichtung des Fräsers umgekehrt ist.
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