Diesmal stellen wir eine Selbermacher-Anleitung vor, mit der Kinder und
Mütter ohne weiteres zurecht kommen: Es geht um den Bau eines schönen
„klassischen“ Drachens aus Holzleisten. Denn nichts verachtet der wahre
Selbermacher mehr, als High Tech-Produkte aus Fiberglas. Frühjahr und
Herbst sind die idealen Monate, um bunt bemalte Drachen aufsteigen zu
lassen, denn dann weht der Wind richtig kräftig.
Und so gehen wir vor: Die Leisten aus Fichtenholz sägen wir auf die exakte
Länge von 83 bzw. 100 mm. In die Enden der Holzleisten feilen wir eine
etwa 2 mm tiefe Nut. Außerdem bohren wir in die längere Leiste im Abstand
von 15 cm von oben und 15 cm von unten Löcher mit 2 mm Ø - das sind die
„Waagepunkte“. Ein weiteres Loch wird etwa 1,5 cm vom unteren Ende in die
Längsleiste gebohrt. Hier wird später die Schwanzschnur verknotet.
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Nun legen wir die beiden Leisten übereinander, wobei die Querleiste
(siehe Zeichnung) genau mittig auf die Längsleiste mit Holzkleber
aufgeklebt wird. Zusätzlich wird die Klebestelle mit einer Schnur fest
umwickelt. Erwachsene Selbermacher können auch versuchen, die Über-Kreuz-
Verbindung anzutackern (Vorsicht, Kinder nicht mit dem Tacker „schießen“
lassen!). Dafür sollten die Leisten auf ein glattes, altes Brett gelegt
werden. Machen Sie beim Tackern erst einen Versuch mit Lattenresten. |
Nun spannen Sie die Drachenschnur rund um das Holzskelett, indem Sie diese
in die von Ihnen gesägten oder gefeilten Nute legen, festziehen und die
Schnur verknoten. Ganz Vorsichtige sichern die Schnur noch dadurch, daß
sie einen reißfesten Filmkleber um die Leistenenden kleben.
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Nun muß das Gestell bespannt werden. Ideal ist immer noch das bunte
„Drachenpapier“, das es in Bastel- und Papiergeschäften zu kaufen gibt.
Man kann natürlich auch Folie nehmen oder sogar reißfestes Tyvek-Papier.
Legen Sie also das Gestell auf das Papier bzw. die Folie und schneiden
Sie dann die Bespannung zurecht - und zwar so, daß 2 bis 3 cm überstehen.
Diese „Zugabe“ schlagen Sie nun um die Spannschnur nach innen ein und
verkleben sie. Achten Sie darauf, daß Sie je nach Material den geeigneten
Kleber nehmen.
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An den Waagepunkten verknoten wir nun die Schnur - und zwar so, daß ein
„Schnur-Dreieck“ entsteht - siehe Zeichnung. Sollte der Drachen später
nicht optimal fliegen, kann man die Flugeigenschaft verbessern, indem man
das Schnur-Dreieck verkürzt oder verlängert. Wichtig für ein gutes Steigen
und segeln im Wind ist die Länge des Schwanzes. Etwa 3 m lang könnte er
wohl sein, bei heftigem Wind auch länger. In den Schwanz knoten Sie bitte
bunte Papierchen. Gerade diese stabilisieren Ihr „Fluggerät“ - und lustig
sieht’s allemale aus.
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Den letzten Schliff bekommt Ihr neuer „Papiertiger“, wenn man dem Drachen
eine schwache Wölbung gibt. Da die Holzleisten elastisch sind, kann man
die Querleiste mit beiden Händen etwas nach außen wölben, um dann mit
einer Schnur diese Wölbung zu fixieren. Auch das geht am leichtesten, wenn
man zuvor Löcher gebohrt hat - etwa 1,5 cm von den beiden Endstücken
entfernt - und die Schnur durch die beiden Löcher führt.
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Materialliste
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Position |
Anzahl |
Bezeichnung |
Maße und Material |
1 |
1 |
Fichtenleiste |
83,0 x 1,0 x 0,5 cm |
1 |
1 |
Fichtenleiste |
100,0 x 1,0 x 0,5 cm |
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Weiterhin wird benötigt:
- Buntes Drachenpapier oder Folie
- Holzkleber
- Papier- oder Kunststoffkleber
- Drachenschnur
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Um sich und andere nicht zu gefährden, sollten Sie einige Sicherheitsvorschriften unbedingt beachten: |
- Drachenschnüre dürfen kein Metall enthalten und höchstens 100 Meter, in manchen Stadtgebieten sogar nur 60 Meter lang sein.
- Für längere Schnüre brauchen Sie eine Erlaubnis durch die örtlich zuständige Luftfahrtbehörde.
- Lassen Sie Ihren Drachen niemals bei einem Gewitter steigen und holen Sie bei einem nahenden Gewitter den Drachen sofort ein. Sie begeben sich sonst in Lebensgefahr!
- Der Startplatz Ihres Drachens muss mindestens 600 Meter von einer Freileitung für elektrischen Strom oder von einer elektrischen Bahnstrecke entfernt sein.
- Die vorgeschriebene Mindestentfernung des Drachenstartplatzes zu Flughäfen beträgt sechs Kilometer und drei Kilometer bei Sportflughäfen.
- Der Sicherheitsabstand zur nächsten Straße sollte 500 Meter betragen.
- Lassen Sie nur dort Ihren Drachen steigen, wo Sie Menschen und die Umwelt nicht gefährden. Lassen Sie niemals den Drachen flach über die Köpfe von Menschen und Tieren fliegen. Das kann zu unvorhersehbaren Reaktionen und Unfällen führen.
- Drachenfliegen in Natur- und Vogelschutzgebieten sollte unterlassen werden.
- Lassen Sie Ihren Drachen nur bei Windstärken steigen, bei denen Sie ihn noch voll unter Kontrolle haben.
- Nicht ohne Handschuhe in die Leine fliegender Drachen fassen.
- Bevor Sie den Drachen in Kinderhände geben, überzeugen Sie sich selbst, ob ein Kind den Drachen kontrollieren kann oder ob die auftretenden Zugkräfte nicht vielleicht zu groß sind.
- Sollte sich der Drachen in einer Stromleitung verfangen, lassen Sie sofort die Leinen los! Es besteht akute Lebensgefahr! Auf keinen Fall einen Befreiungsversuch unternehmen. Sichern Sie die Gefahrenstelle und verständigen Sie den Störungsdienst des zuständigen Energieversorgungs-Unternehmens.
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